+49 251 760 216 15  |  Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mo-Fr: 10:00 Uhr bis 19:00 Uhr

Die Vorteile der Lichttherapie

Ein Artikel über den Zusammenhang zwischen Licht und Gesundheit.

Gut gelaunt und entspannt auch ohne Kalorien

Dass Schokolade uns Menschen glücklich machen kann, weiß fast jedes Kind. Aber was viele nicht wissen: Licht kann es auch. Allerdings ganz ohne Kalorien. Eine Lichttherapie zum Beispiel wirkt sich in vielen Fällen sehr positiv auf die Stimmung aus, da es wie Schokolade auch die Bildung des Hormons Serotonin aktiviert. Menschen, die z.B. an der SAD (Saisonal Abhängige Depression) leiden, können so die typischen Symptome lindern bis ganz abklingen lassen.

Der Zusammenhang von Gesundheit und Licht wird schon lange erforscht und so wird die Lichttherapie schon seit einiger Zeit erfolgreich bei verschiedenen Krankheitsbildern eingesetzt. In der Fachsprache wir diese auch als „Lichtdusche“ bezeichnet. Betroffene setzen sich zum Beispiel im Abstand von ca. 20-50 cm für 2 Stunden vor eine 2.500 Lux starke Leuchte, bei 10.000 Lux verkürzt sich die Zeit entsprechend auf eine halbe Stunde. Hierbei ist es wichtig, dass das Licht nicht direkt ins Auge strahlt, sondern lediglich auf die Netzhaut fällt.

Voraussetzung hierfür ist eine regelmäßige Lichtdusche, deren tägliche Anwendungsdauer von der jeweiligen Stärke der Lampe abhängt. Direkt früh morgens angewendet, hilft sie den Betroffenen, ihre innere Uhr richtig einzutakten und Energie für den Tag zu tanken.

In der Medizin gilt es schon seit längerer Zeit als bewiesen, dass das Licht mit natürlichen Farbspektren nicht nur ästhetisch wirkt. In vielen Fällen wird es sogar als Heilmittel eingesetzt. In den nördlichen Ländern Europas, in denen das natürliche Tageslicht im Vergleich zum Äquator oder Mittelmeer sehr begrenzt vorhanden ist, wird die Lichttherapie erfolgreich eingesetzt.

Anna Klessa

Einsatzfelder der Lichttherapie

2.500 Lux sind das Minimum bei einer Lichttherapie. Dies ist um ein vielfaches höher als das Licht in geschlossenen Räumen (250-500 Lux). Im Freien kann das Licht je nach Jahreszeit und Witterung 2.000 Lux - 100.000 Lux erreichen. Der genaue Wirkmechanismus ist hier noch unbekannt, Experten gehen davon aus, dass das Licht als ein Zeitgeber wirkt, der die innere Uhr des Körpers mit der realen Uhrzeit synchronisiert. Es sollte darauf geachtet werden, dass nur weißes Licht verwendet wird. Es mehren sich Hinweise, dass blau-weißes Licht eine bessere Wirkung erzielen kann, dies wurde jedoch noch nicht wissenschaftlich nachgewiesen. Nur blaues Licht allein eignet sich nicht, es müsste vorher das UV-Licht herausgefiltert werden.

Fest steht jedoch, dass das Sonnenlicht (auch das sonnenähnliche helle Kunstlicht) das Zusammenspiel der körpereigenen Hormone Serotonin und Melatonin steuert. Das Licht hebt den Serotoninspiegel, auch Glückshormon genannt, an und hellt somit buchstäblich die Stimmung auf. Ein Lichtmangel in dunkleren Regionen bewirkt, dass das Glückshormon nur spärlich in der Zirbeldrüse des Zwischenhirns produziert wird. Eine gedrückte und depressive Stimmung sind nur eine Folge davon. Daher wird Betroffenen geraten, sich im Winter so oft wie möglich draußen aufzuhalten, um so genügend Licht "zu tanken".

Bei schweren Depressionen ersetzt die Lichttherapie nicht die Medikation. Hier sollte vorher unbedingt der Arzt konsultiert werden!

Behandelt werden können hierdurch Schlafstörungen, (Winter-)Depressionen oder auch diverse Hauterkrankungen.

Wie und wo können Lichttherapien durchgeführt werden?

Lichttherapeutische Sitzungen können sowohl in der Arztpraxis als auch zu Hause im Alltag durchgeführt werden. Die Lichtdusche kann einfach im Alltag integriert werden, am besten eignet sich die Zeit von 7 bis 10 Uhr morgens. Vor 4 Uhr morgens sollte diese jedoch nicht erfolgen, da sie den natürlichen Rhythmus des Körpers stören könnte. Jetlag-ähnliche Symptome können hier auftreten.

Bei 10.000 Lux reichen 30 Minuten täglich, die Lichtdusche kann während des Frühstücks oder beim Zeitung lesen erfolgen. Die Leuchte kann aber auch nebenher leuchten, es reicht schon aus, wenn man sich in unmittelbarer Nähe befindet und immer wieder in Richtung der Leuchte blickt. Ein direkter Blick in die Lampe sollte hierbei jedoch vermieden werden.

Bild u.l.: Smileus/shutterstock.com